Leserbrief An die RZ

von Wolfgang Schmitz

Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Kritik von Walter Schumacheram Mittelrheintal kommt mir doch sehr
bekannt vor. Vor gar nicht langer Zeit gab es einen ähnlichen Bericht in
der FAZ- über das Moseltal, und die Verantwortlichen in Politik und
Wirtschaft reagierten ähnlich wie ihre Kollegen jetzt im Mittelrheintal:
mit Trotz und Empörung. Große Teile der Bevölkerung geben den jeweiligen
Artikeln jedoch vielfach Recht.

Wie das Rheintal so hat auch das Moseltal mit denselben Problemen zu
kämpfen: Massenabwanderung von jungen Leuten, folglich Überalterung der
Dörfer, Gebäudeleerstand- und Verfall. Dieser Prozess ist
allerspätestens seit den 70 er Jahren sichtbar, jedoch fiel den
Verantwortlichen nichts anderes ein als stur am Massentourismus
festzuhalten und andere wirtschaftliche Aktivitäten und Ansiedlungen zu
blockieren. Bis auf wenige Lichtblicke hat sich daran im Moseltal meiner
Meinung nach nichts geändert.Unser schönes Tal wird im Sommerhalbjahr
regelrecht verramscht, die Straßensind voll gequetscht mit daher
schleichenden Wohnmobilen, PKW´s und Horden von Motorradfahrern, Städte
wie Cochem braucht man als Einheimischer im Sommer gar nicht erst zu
betreten. Ein großer Fehler war der Bau des Golfressort zwischen Cochem
und Ediger Eller, ökologisch wertvolle Flächen mussten der
„Holländersiedlung“ plus sterilem Golfplatz weichen. „Masse“ anstatt
„Klasse“ ist weiterhin die Devise, so sind weitere große
Ferienressortsin Planung, so soll z.B. bei Zell trotz aller Kritik und
Proteste mit „Marina Weingarten“ das nächste Großprojekt durchgeboxt
werden. Wir brauchen nicht noch mehr Touristenmassen und Großprojekte im
engen Moseltal, sondern eine sinnvolle Förderung der engagierten
kleinen- und mittleren Betriebe. Die Natur ächzt unter dem
Massentourismus, typische Tierarten wir Apollofalter,
Segelfalter,Smaragd- und Mauereidechse, Schlingnatter u. a. mit denen
sogar in Werbebroschüren und auf Weinflaschen die Gegend beworben wird,
nehmen seit Jahren kontinuierlich ab und wohl bald wird sie kein
Wanderer mehr zu Gesicht bekommen, es sei denn es werden endlich andere
Prioritäten gesetzt.

Bürger sowie Verantwortliche im Rheintal sollten dieKritik als Weckruf
verstehen. Der Tourismus ist wichtig, ein Segen für Hoteliers,
Gastronomen und öffentliche Haushalte; gleichzeitig jedoch auch Fluch
für die Region und die Menschen, denn die schlechten
Verdienstmöglichkeiten für Angestellte dieser Branche sowie das Fehlen
von Alternativen sind schuld am Ausbluten der Region an Mosel und Rhein.
Eine Buga im Mittelrheintal vermag Impulse zu setzen, einen 40 Jahre
währenden Trend kann auch sie nicht umkehren.




Offener Brief

Wolfgang Schmitz

Wolfgang Schmitz Klotten, 01.06.2015

Brühlstraße 26

56818 Klotten/Mosel

An die Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU, SPD, Grüne und Linke im
Bundestag, an den Bundesverkehrsminister, den Minister für Infrastruktur
Rheinland-Pfalz sowie den Verstand der deutschen Bahn

Thema: Deutsche Bahn

Sehr geehrte Damen und Herren,

dass Sie nun das Streikrecht (kleinerer Gewerkschaften) per Gesetz
einschränken wollen, kann ich der CDU/CSU Fraktion nicht zum Vorwurf
machen, da die Union sowieso eher die Interessen der Reichen und der
Arbeitgeber vertritt, aber dass dies unter Beteiligung der SPD
geschieht, welche stets vorgibt die Interessen der kleinen Leute zu
vertreten, ist schon ein starkes Stück. Und als ob damit nicht schon
genug wäre geschieht dies unter Führung der zuständigen SPD Ministerin,
welche keine Gelegenheit ausläst ihre Zuneigung zur Arbeitnehmerschaft
dadurchzu untermauern, indem sie auf ihren Vater- den hart arbeitenden
Bauarbeiter – verweist.

Doch nun zum eigentlichen Grund meines Schreibens- den Problemen bei der
deutschen Bahn. Eines vorweg: kleine Verspätungen von 5-15 Minuten, oder
auch mal ein einzelner Zugausfall, waren für mich nie ein Grund zum
Meckern, dies kann eben in einem solch großen Unternehmen mal passieren,
die massiven Problemeder deutschen Bahn sind auch nicht durch Streiks
verursacht, sondern hausgemacht durch Politik und Bahnvorstand.

Spätestens mit den massiven Sparmaßnahmen, die der unsägliche Hartmut
Mehdorndurchführte, wurde die Bahn ruiniert und ihr Ruf massiv
beschädigt. Stellenabbau,Streckenstreichungen bzw Stilllegungen, Abbau
von Weichen und Überholgleisen und so weiter, alles um auf Teufel komm
raus mit der Bahn Profite präsentieren zu können- letztendlich mit dem
Ziel die Bahn- und somit Eigentum des deutschen Volkes- an die Börse zu
bringen und an private Investoren- also Geldgeier oder wie es einst
Franz Müntefering formulierte- Heuschrecken- zu verhökern. Die Folgen
sind immens: vorher in diesem Ausmaß kaum bekannte Verspätungen,
Zugausfälle, Pannen sind die logische Folge.

Ein Beispiel:

Kürzlich hatte mein Zug von Trier nach Koblenz 20 Minuten Verspätung-
wegen Verzögerungen im Betriebsablauf- doch der Zug fuhr nicht bis
Koblenz sondern die Bahn ließ diesen schon in Kobern-Gondorf enden und
begründete dies mit der hohen Verspätung. Die Passagiere mussten
aussteigen und mit der nachfolgenden Regionalbahn nach Koblenz reisen.
Da die Züge auf der Moselstrecke hin- und herpendeln fuhr dieser Zug
zurück nach Trier– aber anstatt von Koblenz nach Trier- nun von
Kobern-Gondorf nach Trier( die Bahn ersparte sich also die Zeit für ca
20 Km) somit konnte die Bahn auf dem Rücken ihrer zahlenden Kunden den
nachfolgenden Zug einigermassen pünktlich fahren lassen und ließ dafür
ihre in Koblenz wartenden Fahrgäste einfach stehen. Solche Beispiele
gibt es viele.

Gab es früher mal Probleme bei einem Zug, so konnten nachfolgende Züge
diesen über ein

Ausweichgleis Überholen, vielfach ist dies nicht mehr möglich, weil
Weichen abgebaut wurden um (Wartungs-)Kosten zu sparen. Somit verursacht
eine Verspätung automatisch schon die Nachfolgende.

Ich als Normalbürger sage Ihnen nun was zu tun wäre, wenn man die Bahn
auf Vordermann bringen wöllte:

1)Die Sparmaßnahmen die der unsägliche und maßlos überbezahlte –noch
dazu unfähige- Herr Mehdorn einführte, müssen rückgängig gemacht werden.
Es müssen wieder Weichen und Gleise aufgebaut anstatt abgebaut werden,
es müssen alte Strecken reaktiviert werden und Personal ausgebildet und
eingestellt werden. Kurzum- Geld investieren anstatt einsparen.

2) Die teilweise massiven Preisrunden- also die Preiserhöhungen der
letzten –ich sage mal 5 Jahre- müssen zurückgenommen werden. Die Bahn
ist viel zu teuer, wer spontan von meinem Heimatdorf mal nach Koblenz
zum Einkaufen fahren möchte, zahlt Hin- und Zurück ungefähr 18 € pro
Person, für eine Strecke von gerade mal 84 Km.

Das mag für einen Parlamentarier wenig sein, für den Normalbürger ist
das teuer . Zur Bekämpfung der Luftverpestung und zur Verringerung des
Verkehrsinfarktes auf unseren vollgequetschten Straßen wäre eine
deutliche Preissenkung dringend erforderlich, wenn man denn ernsthaft
die Menschen wieder auf die Schiene bringen will.

3) Der Bund als Eigentümer muss davon abkommen, alles der
Profitorientierung und Profitmaximierung unterzuordnen. Die Bahn muss
ein serviceorientiertes Unternehmen sein, kein profitorientiertes. Die
Bahn muss auch Verluste machen dürfen und dafür preisgünstige und gute
Verbindungen anbieten- steigende Passagierzahlen vor allem im
ländlichen- und Pendlerbereich könnten so die Verluste reduzieren, nur
so lässt sich die Dichte im Straßenverkehr reduzieren und die
Luftverpestungabbauen.

4) Der unsägliche Hartmut Mehdorn muss zur Rechenschaft gezogenund zum
Schadensersatz verpflichtet werden. Und wenn erden Schaden,den er bei
der Bahn verursacht hat,beglichen hat, dann können Sie ihn direkt
weiterschicken zu AirBerlin sowie zum Flughafen Berlin Brandenburg.

5) Die Anzahl der -viel zu hoch bezahlten- Manager und Vorstände bei der
Bahn muss rigoros zusammengestrichen werden. Hier können- ja hier MÜSSEN
Sie Personal abbauenund dafür dort -wo wirklich gearbeitet wird- wieder
aufbauen.

6) Kürzlich wurde bekannt dass sich die Chefetage bei der Bahn großzügig
selbst eine Boni-erhöhung gönnte. Das ist schändlich und peinlich und
muss sofort zurückgenommen werden.

7)Die Auftritte des Bahnvorstandes in der Presse und TV während der
vergangenen Streiks waren dumm,arrogant und peinlich. Anstatt seinen
Angestellten ordentliche Vergütungen zu zahlen und dementsprechende
Angebote zu machen, verzapfen Sie dummes Zeug in die Mikrofone undhaben
die Streiks auf dem Rücken ihrer Kunden selbst provoziert.

Sehr geehrte Damen und Herren, damit möchte ich es nun belassen. Ich
fordere Sie auf,die Bahn wieder zu dem zu machen was sie einst war: Ein
zuverlässigesVerkehrsmittel, das ein wichtiges Glied der Infrastruktur
in unserem Land darstellt.Die Bahn muss endlich eine zuverlässigere und
deutlich billigere Alternative zum Auto (sowie Fernbus) werden.

Kurz zu meiner Person: Ich heiße Wolfgang Schmitz, verheiratet, Vater
von 2, demnächst 3 Kindern, tätig in der Krankenpflege einer großen
Klinik in Koblenz. Ich nutze die Bahn als Pendler seit 1990, sowie zu
diversen Urlaubsreisen. Ich war bisher bekennender Bahnfahrer.

Mein ABO Ticket bei der Bahn habe ich nun nach langem zögern gekündigt,
das Kündigungsschreiben füge ich zu Informationszwecken bei.

Ich hoffe mit diesem Schreiben etwas bewirken zu können und verbleibe,

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schmitz

 


 


 



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